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Langfristige Phsyio- und Ergotherapie sowie Logopädie

Frage: 
Können Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie bei der Huntington-Krankheit langfristig verordnet werden?
Datum: 
Mittwoch, 1 Februar, 2017
Antwort: 

Ja! Patienten der gesetzlichen Krankenversicherungen können diese sogenannten „Heilmittel“ langfristig beanspruchen. Und was einige Ärzte nicht wissen: Bei bestimmten Diagnosen (und darunter fällt die Huntington-Krankheit) – belasten diese langfristigen Verordnungen das Verordnungsvolumen des verschreibenden Arztes nicht.
 
Evtl. benötigt der Arzt zum korrekten Befüllen des Verordnungsvordruckes einige Angaben, diese sind:

  • ICD-10-Code: G10
  • Diagnose: Chorea Huntington
  • Diagnosegruppe/Indikationsschlüssel – zuzüglich Leitsymptomatik (a – g)
    • Physiotherapie: ZN1/ZN2; Frequenzempfehlung: mind. 1x wöchentlich
    • Ergotherapie: EN1/EN2; Frequenzempfehlung: mind. 1x wöchentlich
    • Stimm-, Sprech-, Sprachtherapie: SC1, SP5/SP6; Frequenzempfehlung: mind. 1x wöchentlich

 
Die Krankenkasse entscheidet über die Genehmigung eines langfristigen Heilmittelbedarfs – die meisten großen Krankenkassen führen kein individuelles Genehmigungsverfahren durch, die aufgelisteten Diagnosen gelten pauschal als genehmigt. Sollte Ihre Krankenkasse ein individuelles Genehmigungsverfahren verlangen, erhält der behandelnde Arzt von der Kassenärztlichen Vereinigung die Vorlage einer Ärztlichen Bestätigung und ergänzt dies um die medizinischer Begründung, zur Einreichung bei der Krankenkasse.
 
Die Notwendigkeit von Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie ist in der Behandlungsleitlinie Chorea des AWMF beschrieben, siehe http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-028l_S1_Chorea_2011-05.pdf.
Siehe auch Huntington-Kurier 3/2015, http://dhh-ev.de/huntington-kurier-32015
 
Übungen finden Sie in der Broschüre „Therapie ohne Pillen“ der Deutschen Huntington-Hilfe. Weitere Informationen und Bestellung, siehe http://dhh-ev.de/therapien-ohne-pillen

Autor: 
M Grein / J. Pertek