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Therapie - ein Puzzle

Die Ursache der Huntington- Krankheit ist zwar seit einigen Jahren bekannt, trotDie Bewegungsunruhe verstärkt sich, womit der Kalorienverbrauch steigt. zdem lässt sich die Krankheit nicht an der Wurzel packen. Eine Heilung der Huntington-Krankheit ist bislang nicht möglich.  Viele Forscher suchen nach Medikamenten und Verfahren, die ins Krankheitsgeschehen eingreifen. Einige Versuche, die bereits im Tiermodell erfolgreich waren, haben enttäuschende Ergebnisse beim Menschen gezeigt. So ist im Moment das Hauptziel der Therapie, die auftretenden Symptome zu behandeln und auf diese Weise die Lebensqualität zu verbessern.
Dabei sollen nicht die Symptome einzeln behandelt werden, sondern es muss immer der Mensch als Ganzes mit seinem sozialen Umfeld gesehen werden. Dazu gehört selbstverständlich das Einbeziehen der Angehörigen.
Da die Huntington-Krankheit eine seltene Erkrankung ist, erfolgt die Behandlung am besten bei einem Spezialisten, der auf diesem Gebiet Erfahrung hat. Solche Spezialisten finden sich in den Huntington-Zentren. Wurde dort eine bestimmte Therapie angefangen, kann die weitere Behandlung sicher bei heimatnahen Ärzten stattfinden. Auch hier können Huntington-Zentren wertvolle Hilfe leisten, da sie bereits über ein Netzwerk an niedergelassenen Ärzten verfügen, mit denen sie kooperieren.

Medikamentöse Behandlung

Es werden vielfältige Ansätze in der krankheitsverändernden, medikamentösen Therapie der Huntington-Krankheit verfolgt. Die meisten dieser Ansätze befinden sich noch im Experimentalstadium. Einige Untersuchungen sind bisher nur im Tierversuche gelaufen, andere Substanzen wurden schon in Studien mit Betroffenen erprobt (klinische Studien). 
Bei der Behandlung von Symptomen muss immer abgewägt werden, wie weit diese Beschwerden das tägliche Leben und die Lebensqualität beeinflussen und welche Nebenwirkungen bei der Therapie auftreten können. Bewegungsstörungen können die Angehörigen manchmal mehr belasten als die Betroffenen selbst, und das sollte bei der Entscheidung für oder gegen ein Medikament berücksichtigt werden. Da Nebenwirkungen sehr individuell auftreten, ist auch die medikamentöse Therapie eine auf jeden einzelnen Patienten zugeschnittene Behandlung.

Begleitende Behandlung

Medikamente allein genügen nicht. Sehr wichtig ist auch eine krankengymnastische, ergotherapeutische und logopädische Behandlung (begleitende Therapie). Beispielsweise können so Sprech- oder Schluckstörungen verbessert werden.
Eine Ergotherapie trainiert die Aktivitäten des alltäglichen Lebens und hilft den Betroffenen, länger selbstständig zu bleiben.  Entspannungsübungen wie Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können hilfreich sein. Solche Übungen helfen nicht nur den Patienten, sondern auch den häufig sehr belasteten Angehörigen.
Eine Psychotherapie sollte ebenfalls erwogen werden, um die Krankheit besser zu meistern. Wie bei den Entspannungstechniken profitieren nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Familien von einer Psychotherapie.

Ernährung

Sehr viele Huntington-Patienten nehmen ab. Der Gewichtsverlust wirkt sich negativ auf den Krankheitsverlauf aus. Daher kommt der Ernährung ein besonderer Stellenwert zu. Die Patienten sollten sehr viele Kalorien zu sich nehmen. Je stärker der Gewichtsverlust, desto mehr verstärkt sich die Bewegungsunruhe und der Kalorienverbrauch steigt. Es sollten öfter kleinere hochkalorische Mahlzeiten gereicht werden, beispielsweise fünf bis sechs pro Tag. Genussmittel, wie Kaffee, Nikotin und Alkohol können sowohl die Symptomatik verstärken als auch die Wirkung der Medikamente abschwächen. Zudem müssen bei der Ernährung auch die Schluckstörungen bedacht werden.